In Folge der ersten RoBau hatten wir zahlreiche Presseanfragen. So berichtete die Ostseezeitung mit einem riesigen Artikel im Mantelbogen über DUSCHKRAFT!

 

"Duschkraft" sagt Schimmel im Bad den Kampf an

Rostocker Start-up entwickelt neuartigen Luftentfeuchter / 120 Interessenten

Von Ann-Christin Schneider

Rostock. Schimmel im Badezimmer ade: Stefan Goletzke, David Bredt und Arvid Reinwaldt wollen mit ihrem innovativen Luftentfeuchter das Duschen revolutionieren. Beschlagene Spiegel und gesundheitsgefährdende Schimmelbildung sollen dank "Duschkraft" künftig Vergangenheit sein.

"Wer zehn Minuten duscht, setzt etwa 400 Milliliter Wasserdampf frei", erklärt Goletzke, kaufmännischer Leiter des Trios, das alltägliche Problem. "Um diese Feuchtigkeit aus dem Bad zu transportieren, müsste man zwei bis drei Mal stoßlüften, wobei wiederum wertvolle Wärmeenergie verloren geht."

Das soll mit "Duschkraft" verhindert werden. Das Gerät, das entweder in die Wand eingebaut oder auch als Aufbau an die vorhandene Dusche nachgerüstet werden kann, funktioniert nach dem Prinzip der Kondensation an kalten Oberflächen. "Man kennt dies vielleicht, wenn im Sommer kühle Glasflaschen beschlagen", vergleicht der 28-Jährige. Auch Ideengeber und Produktentwickler Bredt sagt: "Jeder hat in der Dusche schon mal beobachtet, dass sich die Feuchtigkeit immer an der kalten Seite des Hahns absetzt. Wir vergrößern einfach diese Fläche."

Und das funktioniert so: Das etwa zehn Grad Celsius kalte Wasser aus dem Hahn fließt in den Wärmetauscher der Vorrichtung, die Oberfläche kühlt sich folglich ab. Während des Duschens zieht ein Ventilator den Dampf zum Luftentfeuchter, der dort kondensiert und abtropft. Durch den Prozess steigt die Wassertemperatur im Gerät um bis zu fünf Grad Celsius. Das erwärmte Wasser wird dann wiederum zurück in die Mischbatterie geleitet. Dadurch sinkt auch der Verbrauch des Warmwassers.

"Nicht nur dass so die Luftfeuchtigkeit während des Duschens um 65 Prozent reduziert wird, auch werden pro Duschgang circa 0,2 Kilowattstunden Wärmeenergie zurückgewonnen", erklärt Goletzke die Vorteile.
Zwei Jahre tüfteln die drei Absolventen der Universität Rostock bereits an ihrem Produkt, haben Preise bei Wettbewerben gewonnen und Stipendien erhalten. Zwölf verschiedene Prototypen haben sie bis dato getestet und innerhalb von etwa 37 Stunden Duschdauer 74 Versuche durchgeführt. Unterstützt werden sie dabei vom Professor für Fertigungstechnik Martin-Christoph Wanner, der ihnen auch den Kontakt zum Fraunhofer Institut ermöglichte. Für ihre Tests konnten die Jungunternehmer so beispielsweise die Klimakammer des Instituts nutzen. Mittlerweile läuft die Patentierung des Produktes.

Im Februar wollen die Rostocker ihre eigene GmbH gründen. Zudem sollen demnächst Pilotkunden das Produkt im täglichen Leben testen. "Die Leistung ist von vielen äußeren Faktoren - wie Raumgröße oder Duschverhalten - abhängig. Wir wollen für alle Möglichkeiten eine geeignete Variante entwickeln", erzählt Goletzke.
Die Nachfrage sei jetzt schon groß. "Mehr als 120 Kaufinteressenten haben sich bereits auf der RoBau-Messe bei uns registriert", bestätigt der gebürtige Neubrandenburger. Zwischen 700 und 1500 Euro wird das Gerät kosten.
Offizieller Verkaufsstart soll im Oktober sein. Dafür benötigen die drei aber noch einen Investor, um eine Produktionshalle in der Hansestadt zu mieten und um den Markteinstieg realisieren zu können. "Unser Wunsch ist es, bis Jahresende 100 Stück verkauft zu haben", sagt Goletzke.

Und hier der Artikel im Original-Layout.

OZ 2017 01 19 artikel